AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,4G

In letzter Zeit wurde es immer deutlicher: Ich bin wohl ein Fan der available light Fotografie. Meine beiden lichtstarken Nikkor Zooms leisten mir hier große Dienste. Dennoch war immer der Wunsch nach Mehr da. Als Nikon dann sein f/1.4 Standardobjektiv mit Ultraschallmotor ausrüstete, konnte ich nicht mehr widerstehen. Und so bin ich seid heute stolzer Besitzer eines AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,4G. Die Wartezeit von einem Monat auf die Verfügbarkeit verging wie im Fluge und so kommt das Objektiv gerade richtig, um erste Testfotos auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt zu schiessen. Hier ein paar Punkte die mir sofort aufgefallen sind:

50mm Brennweite

Die 50mm zusammen mit dem Crop-Faktor der D200 sind schon »ziemlich« lang. Gerade im Gedränge des Weihnachtsmarktes konnte ich nicht immer so weit weg, wie ich es gerne gewollt hätte. [exzo url=”” title=”Feuerwurscht”]xmm08_003.jpg[/exzo] Ich muss auch zugeben, dass dieses Objektiv meine erste Festbrennweite überhaupt ist. Selbst an meiner alten Minolta hatte ich ausschließlich Zoom-Objektive. Dass die übliche Möglichkeit der Bildkomposition per Zoom fehlen wird, war mit im Vorfeld bewusst. Wie sich das auf das Fotografieren auswirken wird, war mir allerdings unklar. Das Auge für "50mm-Fotos" muss ich wohl erst noch entwickeln…

Offenblende

Die Frage die sich mir im Vorfeld stellte: Welchen Unterschied macht f/1.4 gegenüber f/2.8? Insbesondere natürlich auch: Ist der Aufpreis von f/1.4 gegenüber f/1.8 gerechtfertigt? Wirklich beantworten kann ich bisher nur die erste Frage. Der Unterscheid zwischen f/1.4 und f/2.8 sind zwei volle Blendenstufen. Das wiederum sagt mir gar nichts. Aber wenn ich weiß, dass ich bei f/2.8 beispielhaft ca. 1/20s brauch, bei f/1.4 im gleichen Beispiel aber nur 1/80s, dann ist mir der Unterschied klarer. Um noch eine subjektive Note drauf zu setzen: Was die Lichtstärke angeht, bin ich schlicht begeistert. In Zeiten von VR vergisst man manchmal, dass in bestimmten Situationen nur eine möglichst kurze Verschlusszeit zu einem scharfen Bild verhelfen kann. Und darauf bezogen sind zwei volle Blendenstufen ein Unterschied wie Tag und Nacht. [exzo url=”” title=”Teesorten”]xmm08_005.jpg[/exzo] Ob f/1.4 den Aufpreis gegenüber dem AF NIKKOR 50 mm 1:1,8D rechtfertigt kann ich nicht abschliessend Diskutieren. Ich habe mich gegen die alten Objektive entschieden, obwohl die D200 auch den Stangen AF hätte nutzen können. Da es nur das f/1.4 in der AF-S Version gibt, war die Entscheidung für mich einfach.

Tiefenunschärfe

Sehr eng mit dem Thema der Offenblende hängt die Tiefenunschärfe zusammen. Mein Blog würde nicht f/2.8 heißen, wenn ich nicht bekennender Tiefenunschärfer wäre 😉 Aber mit dem neuen f/1.4 muss ich wohl auch hier umdenken. [exzo url=”” title=”Knobelspiele”]xmm08_004.jpg[/exzo] Einige der ersten Testbilder waren so stark weich gezeichnet, dass sämtliche Motivstrukturen zu einem Brei verschwammen. Ausserdem fand ich es bei so offener Blende schwierig, das gewünschte Motiv knackig scharf zu fokussieren. Die Balance zwischen Tiefenunschärfe und optimaler Fokussierung muss ich wohl für dieses 50mm Objektiv auch neu erlernen.

Schärfe

Zu den Schärfeeigenschaften kann ich noch nicht viel sagen. Die ersten Testbilder auf dem Weihnachtsmarkt sind fast ausschließlich bei Offenblende entstanden. Hier fand ich es (wie oben beschrieben) schwierig, das gewünschte Objekt wirklich knackig zu fokussieren. Bilder mit Blenden f/8-f/11 reiche ich nach. Auf dem Plan stehen auch Vergleichsfotos mit meinem AF-S DX Zoom-NIKKOR 17-55 mm 1:2,8G IF-ED – mal sehen ob man einen Unterschied erkennen wird.

Handling / Gewicht

Wenn man von lichtstarken Zoomobjektiven kommt, ist das 50mm eine wahre Wohltat! Nachtrag 10.dez.08: Hatte heute die Kamera – nur mit dem 50mm bewaffnet – auf meiner Abteilungsweihnachtsfeier dabei. Wir saßen bei Kerzenschein in gemütlicher Atmosphäre beim Griechen – d.h. Horror für jeden Fotografen! Nach anfänglichem Experimentieren habe ich mich dann entschlossen, die Kamera auf Shutter-Priority mit 1/50s stehen zu lassen (getreu der goldenen Regel Verschlusszeit=1/Brennweite). Und was soll ich sagen… die Bilder sind besser geworden als erwartet! ISO800 heißt bei den Lichtverhältnissen mit der D200 immer deutliches Rauschen. Allerdings hätte ich mit dem Objektiv auch sicher auf ISO640 oder sogar ISO400 runtergehen können. Offensichtlich unterschätze ich die Lichtstärke noch. [exzo url=”” title=”Wie die Hummel zu Ihrer Beule kam”]wf_tmb_08.jpg[/exzo] Hier noch ein paar weitere Bilder, welche mit dem AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,4G geschossen wurden: [exzo url=”” title=”Nodal Ninja 3 MKII – Verpackt im Hardcase”]nn3mkii_001.jpg[/exzo]  
[exzo url=”” title=”Nodal Ninja 3 MKII – Ausgepackt”]nn3mkii_002.jpg[/exzo]

One Response [Umgekehrte Reihenfolge]

  1. Georg
    #67934
    1

    Hier ein Tipp zum Offenblendenfokussieren: Die Tiefenschärfe ist bei Offenblende teilweise so gering, dass kleinste Körperschwankungen zwischen Fokussieren und Auslösen zu Unschärfe führen können. Ich arbeite daher soweit möglich mit kontinuierlichem Autofokus, evtl. mittels aussermittigem Autofokusmeßfeld. Hierdurch konnte ich meine Resultate bzgl. Schärfe deutlich verbessern.